Neue Künstler braucht das Land: Impressionen von der ARTMUC 2014

Gut einen Monat nach der Stroke, präsentierte sich die ARTMUC auf der Praterinsel in München. Weniger voll schien es, das Publikum im Allgemeinen ein weniger „seniorer“.  Die meisten der Künstler und Galerien noch vertraut. Andere Kunstwerke, neue Präsentationen. So wie Max Zorn beispielsweise, Brigitte Yoshiko Pruchnow oder Johannes Karl. Aber auch Neuentdeckungen, wie Monika Supé’s dreidimensionale Schattenkunst aus Daht (vgl. Foto 5) oder László Maczky’s Fotokunst, die mich entfernt an Andreas Gursky schaffen erinnerte.  Beeindruckt hat mich ebenso Simone Petrauskaite’s Metall Klammerkunst auf Leinwänden, deren Strukturen paradoxer Weise zart wie ein Fell wirkten, Carsten Nolte’s (vgl. Foto 1 u. 3) wabenähnliche Werke aus Pappe in Whiteboardrahmen, die je nach Blickrichtung und Einfallswinkel sich ständig veränderten oder die klassisch inszenierten Stillleben von Tabasco und Weißbrot in Plastikfolie des russischen Künstlers Victor Ponomarenko (vgl. Foto 6). Doch auch Videoarbeiten waren vertreten, so gab es im 1 OG von Haus 3 die Videoinstallationen <parapluie> und <flowing#7> von Betty Mü. Stoffe und Schirme wurden als Oberflächen genutzt, jeder Einzelne war Projektionsfläche und zusammen ergaben sie ein großes Ganzes. Die bewegten Bilder, Grafiken und leuchtenden Farben tanzten mit dem Sound, der durch den Raum hallte,  lebendig herum. Lange Zeit saß ich hier auf einer Bank und konnte mich nur schwer lösen. Komplex. Großartig.

Im Allgemeinen war die Mehrzahl der Kunstwerke auf der ARTMUC schlichtweg gefällig, etwas fürs Auge, was zum hinhängen. Verurteilen möchte ich das per se nicht, denn auch ich gehöre zu dem Publikum, die sich gerne dekorative Werke ansehen. Die Vielschichtigkeit, das wahre Emotionale, das fesselnde, vielleicht auch abstoßende, was an die Kunst ausmacht, blieb den meisten verborgen. Wirklich Schade. Die Messe an sich durchaus Lohnenswert, ich freue mich jedenfalls auf die Folgenden.

 

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