Peter Lindbergh. From Fashion to Reality

Milla Jovovich, Paris, 2012
Vogue Italia © Peter Lindbergh
Pina Bausch, Paramount Studios, Los Angeles, 1996
© Peter Lindbergh
Kate Moss, Paris, 2014
Vogue Italia

Selten habe ich vorab so unterschiedliche Meinungen im Freundes- und Bekanntenkreis wahrgenommen. Sie polarisierte. Die einen konnten sie nicht erwarten, die anderen verabscheuten gar einen Besuch. Die Rede ist von der Peter Lindbergh Ausstellung <From Fashion to Reality>, die derzeit in der Kunsthalle München präsentiert wird. Allein die Eröffnungsfeierlichkeiten und die Signierstunde des neuen Bildbandes waren ein riesen Spektakel.

Peter Lindbergh ist wohl einer der international gefragtesten Mode-Fotografen. Es fällt schwer, an seinen Arbeiten vorbei zu kommen. Die Ära der Supermodels in den 1990er Jahren begleitete und formte er mit. Auch ich war damals von den ungeschminkten schönen Gesichtern sehr angetan. Es war eine neue Art der Modefotografie – plain, unprätentiös, menschlich. Ich blätterte gerne durch die Zeitschriften, in der sie gedruckt wurden und erinnere mich noch genau, an das dadurch inspirierte Musikvideo von George Michael, dass auf MTV rauf und runter lief.

„Wenn man die Mode und das künstliche weglässt… wird die wahre Person sichtbar…“ Peter Lindbergh

Die Ausstellung ist wie erwartet, schön durchkomponiert. Die Werke sind nicht chronologisch gehängt, was ihre Zeitlosigkeit widerspiegelt. All die bekannten Fotografien – schön, Schwarz-Weiß, großformatig. 220 Objekte, darunter Filme, persönliche Notizen, Storyboards, Requisiten, Polaroids, Kontakt-Abzüge und Drucke werden in der Kunsthalle München gezeigt. Als wäre das nicht schon genug, wird noch das ganze Potpourri an Präsentationsmöglichkeiten oben draufgepackt.

Wirklich überrascht hat mich die Serie <A New Age>, die er 2014 für die italienische Vogue in enger Zusammenarbeit mit der amerikanischen Konzeptkünstlerin Jenny Holzer schuf (Foto oben). Hier rückt die Mode tatsächlich in den Hintergrund der Szenerien – stark beeindruckend.

An der ein oder anderen Stelle lässt die Ausstellung den Besucher überraschend ratlos zurück. Zu hart die Themenwechsel, seines Œuvres. Vielleicht wäre eine chronologie Anordnung an der ein oder anderen Stelle doch runder gewesen.

Kunsthalle München
Peter Lindbergh. From Fashion to Reality
13. April bis 27 August 2017

 

 

 

 

 

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2 Kommentare zu “Peter Lindbergh. From Fashion to Reality

  1. Ich fand die Ausstellung für mich persönlich sehr inspirierend – da ich mich ja im Bereich Porträts weiterbilden wollte 🙂
    Ich fände es sehr spannend zu hören, warum sich jemand weigern würde, sie anzusehen? Wegen seiner Persönlichkeit? Als Fotograf finde ich ihn auf jeden Fall sehr spannend und seine Fotos liebe ich.

    • Liebe Ann, hab dank für Deine Worte. Zweifelsohne ist Lindbergh ein guter und international bekannter Modefotograf. Seine Bilder sind weltbekannt – das ist ein großer Erfolg. Er ist ein Publikumsmagnet. Offen gesagt, habe ich ebenfalls überlegt, ob ich mir die Ausstellung überhaupt ansehen soll. Für die Gegner kann ich nicht sprechen, nur für mich. Im Vergleich zu Arbeiten der Magnum Fotografen oder der Ostkreuz Agentur ist und bleibt er m.E.- bei aller Innovation zu seiner Zeit- ein Fotograf, der primär Mode inszeniert und weniger die Persönlichkeit in den Vordergrund rückt – auch wenn die Ausstellung genau das transportieren will. Menschen zu fotografieren, deren Profession das Showbusiness ist und ohnehin autark Strahlkraft besitzen, stelle ich mir deutlich einfacher vor, als Menschen zu fotografieren, die nicht in der Öffentlichkeit stehen. Schau Dir mal Modefotografien von Sibylle Bergemann an, das veranschaulicht ganz gut, was ich meine. Herzlichst, D.

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