Review: Hans Haacke im zentralen Pavillon

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Es ist immer wieder erstaunlich, was  Kunst in einem hervorruft. Warum sie anspricht, gleichklingt, warum sie langweilt, aufregt oder warum sie abstößt. Dieser Raum mit Arbeiten des deutschen Künstlers Hans Haacke im zentralen Pavillon auf der 56. Biennale hat mir das mal wieder so wunderbar vor Augen geführt.

Ein Raum voll von statischen Auswertungen.

Feldstudien, die Haacke 1972 während des ersten Ausstellungsmonats der documenta V in Kassel mit Hilfe eines von ihm selbst konzipierten Fragebogens durchführte. Die Ergebnisse wurden anschließend als eigenständiges Kunstwerk auf der documenta V gezeigt. Hier erweitert sich der Umfragekreis noch um das Museum Haus Lange in Krefeld, ebenfalls aus dem Jahr 1972 und zeigt den Vergleich der Besucherprofile.

Alles fein säuberlich dokumentiert, gewissenhaft ausgearbeitet, fein aneinandergereiht, übersichtlich dargeboten – Einblicke an allen vier Wänden. Interessant. Ich versumpfe regelrecht in ihnen; sauge sie auf. Sie sind für mich ein so vertrautes Terrain, dass ich mich postum ertappe, wie aufgehoben ich doch in meiner oft zahlenlastigen beruflicher Laufbahn zu sein scheine, auch wenn ich daran oft zweifle. In der Mitte des Raumes das <Blaue Segel>, dass dem ganzen drumherum scheinbar die nötige Lebendigkeit einhaucht. Und im Gegensatz zu meiner Verzückung, ließ meinen Gatten dieser Raum gänzlich kalt, stattdessen vertiefte er sich lieber; im Nachbarraum zwischen all fiktiver und gebauter Architekturmodellkunst. Es ist so schön, wie Kunst das eigene Herz und den Verstand berührt.

 

 

 

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