Thomas Schütte, Große Geister – Temporäre Installation in Wien

Moderne Kunst ist ja nicht jedermanns Sache. Warum auch immer, aber kurz vor meiner Wien-Reise kam das ohnehin schon diffizile Thema: Was ist Kunst? mit meinen Kolleginnen zur Sprache.

Als Beispiel erzählte ich etwas über die großen Skulpturen von Thomas Schütte, die ich 2009 im Haus der Kunst in München zum ersten mal sah und ein Jahr später in der Gherkin in London.

Große Geister – urspünglich aus Wachsfäden geformte Figürchen, die klein sehr beschaulich und harmlos wirken mögen, überdimensional vergrößert, jedoch recht bedrohlich wirken.

Ohne dieses Wissen, wecken die Skulpturen eher die Assoziation von misslungenen Michelinmännchen. Die Blicke der Beiden durchbohrten mich mit einer unveränderten Skepsis: und das ist Kunst?!

Überwältigende sogar. Denn ohne es vorab zu wissen, lief  ich ihnen nun auch in Wien geradewegs entgegen. Große Geister von Thomas Schütte – temporäre Außeninstallation bis 2. November 2011, kuratiert von Erwin Wurm. Wurm war übrigens erst im Kunstbau des Lehnbachhauses in München 2009 zu bestaunen. Sozusagen „die Geister die ich rief“; das nur als Randinterpretation.

Vier Bronze-Figuren mitten in Wien, nähe Stephansdom. Großartig– Mitten im Geschehen. Immer Menschen drumherum. Scheinbar magnetische Objekte: anlehnend, umarmend oder in Nachahm-Pose, eine kurze Erinnerung  fürs Foto. Die Füße, Teile von Armen und Beinen bereits blank poliert, wie die Nasen der Löwenköpfe an der Münchener Residenz. Kaum jemand liest den Seitentext zu den Großen Geistern am Geländer nebenan. Wozu auch – wenn urbane Kunst so großartig angenommen wird. Und was ist jetzt eigentlich Kunst?

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