erfrischende Abkühlung im Martin-Gropius-Bau: ANISH KAPOOR

Genug geschwitzt an diesen heißen Tagen in Berlin, die letzte Ausstellung zog mich in den Martin- Gropius-Bau zu Anish Kapoor. Schöner Nebeneffekt; die Klimanlage kühlt nicht nur tonnenweise das Wachs in den Räumen seiner monumentalen Kunstwerke, sondern auch jeden hitzigen Besucher:)

Das gesamte Erdgeschoss des Martin-Gropius-Baus einschließlich des Lichthofs ist von den gigantischen Skulpturen des indischen Künstlers Anish Kapoors (Jhg. 1954) bespielt. Seine Skulpturen sind von gigantischen Ausmaß und tonnenschwer, sind bewusstseinserweiternd, treten mit dem Raum in Korrespondenz, verändern sich je nach Richtung.

Er arbeitet mit unterschiedlichsten Materialien, die Farbe Rot zieht durch sein gesamtes Werk. Seine Arbeiten und Installationen fertigt er aus Pigment, Stein, Holz, Erde, Stahl, Wachs, PVC, Edelstahl und anderen High-Tech Materialien.

Die monumentalste Arbeit  dieser Ausstellung ist wohl die Skulptur <Symphony für a beloved Sun> im Lichthof um die sich der Rest der Schau dreht. Von ansteigenden Förderbändern fällten nach und nach rote Wachsbrocken zu Boden, türmen sich dort auf und verbreiten sich nach und nach auf der Bodenfläche.

Ähnlich die Arbeit <Shooting into the Corner> aus Privatbesitz: Eine Kanone schießt im Stunden-Takt mit lautem Knall (ist nur mit Hörschutz zu ertragen) rote Wachszylinder in die Ecke eines Raumes und produziert so ein unkontrolliertes, zufällig stets veränderndes Wandbild.

Bin gespannt, wie lange die <Nachwelt> nach der Ausstellung etwas von der roten Patina haben wird, die die Werke auf dem Parket oder den Wänden hinterlassen. Denn bei der Installation <Svayambh>, die 2007 im Haus der Kunst in München zu sehen war, gibt’s immer noch reichlich rote Wachs-Patina in den Marmor-Türstöcken zu sehen.

Das mit Abstand beeindruckenste Werk fand ich <Blood Mirror IV>. Ein Wandgroßer roter Facettenteller. Steht man davor und blickt hinein, so verschwimmt der Raum. Wie in einen Sog wurde ich in das Werk hineingezogen, ganz schummrig und doch zu fasziniert um wegzutreten. Unbeschreiblich diese Fülle von Eindrücke. Eine Ausstellung, die noch sehr lange nachhallt.

Leider durfte nicht fotografiert werden, wer einen Blick ins Innere werfen möchte, kann das hier oder diesen Video-Trailer ansehen: 

 

2 Kommentare zu “erfrischende Abkühlung im Martin-Gropius-Bau: ANISH KAPOOR

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