Klangkunstwerk: ding fest machen – Nach Aufzeichnungen von Louise Bourgeois von Ulrike Haage

Vollsperrung auf der A73, Ausleitung über Land und BR 2 im Radio – ein Klangkunstwerk

„ding fest machen – Nach Aufzeichnungen von Louise Bourgeois“ von Ulrike Haage

mit Monica Bleibtreu, Judith Engel, Benedicte Savoy und Martin Wuttke. 46 Minuten lang. Großartig. Ohne diese Umstände, wäre ich wohl nicht darauf gestoßen.

Louise Bourgeois (1911-2010) Bildhauerin, erreichte erst im hohen Alter mit ihrem Werk weltweit große Aufmerksamkeit. Anfang dieses Jahres war im Münchner Stadtmuseum in der Ausstellung „Mein Blick“ ein Foto von Bourgeois zu sehen. Seit den achtziger Jahren zählt sie zu den bekanntesten Künstlerinnen der Gegenwart. Wie uralte, über Jahrhunderte verlassene Stätten erinnern ihre Skulpturen und Installationen an die Vergänglichkeit der Dinge, gleichzeitig sind sie vertraut wie ein Traum, der einem wieder in den Sinn kommt.

Es gibt kaum ein Material, das die Künstlerin nicht bearbeitet und gleichzeitig bezwungen hat: Brot und Spucke, Federn und Tücher, Stahl und Bronze, Marmor und Stein, Latex, Gips, Holz, Klebstoff. An der Vielfalt der Formensprache und der verwendeten Materialien orientiert sich die Komponistin Ulrike Haage. Sie stellt in einem großen Monolog Texte der eigenwilligen Bildhauerin zu Werk und Leben vor. Tagebücher und Aufzeichnungen, zahllose Interviews, begleitende Texte zum bildhauerischen Werk, Poeme und Klangtexte von Louise Bourgeois fließen in die Komposition des Hörstücks ein, das sich mit den zentralen Themen ihres Lebens befasst: der Auseinandersetzung mit dem Vater, mit der Mutter, mit familiären Bindungen und psychologischem Druck, dem Exorzieren der Vergangenheit und unbewältigter Emotionen.

„ding fest machen“ Nach Aufzeichnungen von Louise Bourgeois ist  eine Komposition von Ulrike Haage, eine Produktion: BR 2003. und Nachzuhören: unter Bayern 2

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