Sammlung Brandhorst

Eric Fishl im Museum Brandhorst

Museum Brandhorst

 

Neulich in der Sammlung Brandhorst.

Zugegeben; das Foto zeigt eine satte grüne Wiese und wurde im Mai von mir aufgenommen, jedoch passen die Farben wunderbar zum Bild Living Room Scene 3 (Spinning) von Eric Fishl, das mir heute gar nicht mehr aus dem Kopf ging. Leider kann ich kein Abbild  vom Werk zeigen, aufgrund des Urheberrechts. Das ist recht kompliziert, sofern ein Werk noch nicht „gemeinfrei“ ist, wie es so schon heißt. Doch  -bevor ich wieder zu Fishl zurück komme- einen kurzen Exkurs zur Architektur der Sammlung Brandhorst, da sie gar so schön ist:

Das von Sauerbruch Hutton erbaute Museum im Pinakothekenviertel der Maxvorstadt, zog ja bereits schon vor seiner Eröffnung am 21. Mai 2009 eine Menge Publikum an. Die nicht nur bei Sonnenschein beindruckend schillernde, mit 36.000 bunten Keramikstäben umhüllte Außenfassade dient abgesehen von der beeindruckenden Optik der Verdeckung und beherbergt im Inneren eine beachtliche Sammlung der Nachkriegsmoderne. Über den Haupteingang der Theresienstraße gelangt man durch ein von Museeumscafe und Museumsbuchladen umgebenes Foyer zu den drei Ausstellungsgeschossen, die mittels einer  frei tragenden Eichentreppe verbunden sind.

Lichtlenker an der Außenfassade ermöglichen es, dass diffuses auf Deckenspiegel gesteuertes Tageslicht sogar bis ins Soutterrain fällt.

Die 3200 qm Ausstellungsfläche bietet viel Platz für Großformatiges: Cy Twombly, Andy Warhol, Damien Hirst, David LaChapelle, Jeff Koons, Katharina Frisch, Bruce Naumann, Sigmar Polke,  Eric Fischl u.s.w. – um nur einige aufzuzählen.

Eric Fishl faszinierte mich diesmal besonders mit dem 260 x 290 cm großen Bild Living Room, Scene 3 (Spinning)

Im Jahr 2002 entstand im und für das Haus Ester in Krefeld der Zyklus „Krefeld Project“. Eric Fischl mietete die von Mies van der Rohe entworfene Villa, möbilierte sie mit Bauhausklassikern und Kunstwerken von Beckstein, Naumann, Richter u.a. und ließ drei Tage lang zwei Schauspieler agieren und so tun als wären sie die Bewohner der Villa. Es entstanden dabei ca. 2.000 Fotos, die Inspiration für 12 seiner Werke waren, die er alle nach Räumen benannte.

Die in dynamischer Drehbewegung tanzende Frau in pinkem Kimono wirkt in sich versunken. Die kraftvolle Farbe unterstreicht die energiegeladene Bewegung und lenkt die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Neben ihr, ein auf dem Sofa sitzender Mann in dunklem Anzug, der sie mit zugeneigter Körperhaltung fixiert. Jedoch sind seine Augen zusammengekniffen, seine Haltung wirkt verkrampft. Ringt er nach Luft? Oder warum versucht er seine Krawatte zu lösen?  Zwischen den beiden Personen scheint nun eine unüberwindliche Distanz. Das klare Bauhausmobiliar scheint die kühle Atmosphäre der Szene zu verstärken. Fischl setzt dieses Stilmittel immer wieder in seinen Werken ein, die schlichtweg von alltäglichen Bestrebungen und Sehnsüchten und deren Scheitern handeln: „Es hört sich großartig an, aber für mich haftet immer etwas Tragisches an allem, was ich tue, so dass seine Größe damit irgendwie pathetisch wirkt. Es geht darum, etwas großartig zu machen, was nicht großartig ist; oder grandiose Formen zu verwenden, die eigentlich nicht grandios sind. Es fällt immer wieder auseinander. Ich möchte, dass man von meinen Bildern weggeht mit einem Gefühl von Tragik“ (Fischl, 1986)

1 Kommentar zu “Eric Fishl im Museum Brandhorst

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