Wer bin ich denn, wenn ich nicht male?

Im Grunde genommen bin ich so eine Art Verwalter all der Niederschläge auf meinen Leinwänden.

<Meine Werkstatt ist eine Art Durchlaufstation für all diese Dinge, die in ihr eine Bündelung auf der jeweiligen Leinwand erfahren. Hinter der Leinwand verzweigen sie sich dann wieder wild in alle möglichen Richtungen. Aber auf der Leinwand schießen sie zusammen und werden an diesem Massenschwerpunkt, an dem sie mit der Leinwand verschmelzen, durch mich einfach geordnet, strukturiert und verwaltet. Im Grunde genommen bin ich so eine Art Verwalter all der Niederschläge auf meinen Leinwänden. Und was letztendlich der Nutzeffekt dieses Tuns für andere sein könnte, ist eben genau das, was sich so schwer verbalisieren lässt, was aber wahrscheinlich jeder annährend gleich empfindet: das es sich – das ist ein hehres Ziel, dem ich sicher nicht in allen Fällen genüge – um ein starkes Stück Malerei handelt. Eine Malerei, die uns ergreift, uns unterschwellig auch zu befrieden vermag. ….>

Neo Rauch, in einem Gespräch seiner Frau Rosa Loy und Günther Oberhollenzer

Ich mag dieses Zitat von Neo Rauch, diesen kleinen inneren Einblick, der Versuch das künstlerisch Geschaffene zu verbalisieren.

Oft bekommt man ihn nicht zu Gesicht, Neo Rauch – deutscher Maler der neuen Leipziger Schule, ein Schwergewicht auf dem Kunstmarkt, mit unheimlich angenehmer Bodenhaftung.

Seit gestern läuft ein Dokumentarfilm von Nicola Graef in ausgewählten Kinos: Neo Rauch – Gefährten und Begleiter.

Wo genau? Findet ihr hier.

 

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