Kosmos Runge noch eine Woche in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung zu sehen.

Paradoxerweise schaffe ich es meist erst zum  letzten Ausstellungstag in die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung. Diesmal bin ich früher dran – nicht viel, aber immerhin 7 ganze Tage, denn bis 4. September 2011 kann man täglich bis 20:00 Uhr in den Kosmos Runge eintauchen.

Zuvor wurde die Werkschau, in der Hamburger Kunsthalle anlässlich des 200. Todesjahres von Philipp Otto Runge gezeigt. Gewohnt Wandfarbenfroh und mit einem hervoragend ausgearbeiteten Audioguide durchschreitet man die Räumlichkeiten der Kunsthalle,  in denen Runges malerische Werke, Zeichnungen und Scherenschnitte präsentiert werden.

Trügerisch harmlos wirken jedoch die zentralen Motive der Bildsprache von Philipp Otto Runge: Kinder und Blumen.

Runge der mit gerade mal 33 Jahren an Tuberkulose starb, war ein Zeitgenosse von Caspar David Friedrich. Anstatt romantische Genreszenen, entwarf er eine Symbolwelt kosmischen Ausmaßes.

Er war es auch, der maßgeblich daran beteiligt war, der Arabeske, einem zentralen Kunstprinzip der Romantik zum Durchbruch zu verhelfen – so wurde das Binnenbild durch eine Umrahmung eingeschlossen bzw. verbunden und eröffnete somit eine weitere Realitätsebene. Ebenso nachhaltig wirkten sich seine Werke auf die Illustrationskunst des 19 Jh. bis zum Jugendstil aus.

Was mich jedoch weitaus mehr beindruckte, sind seine Farbenkugeln, die überaus plausibel wirken, während ich Ittens Farblehre, die  heute noch maßgeblich gelehrt wird, leider immer noch nicht ganz verinnerlicht habe, aber das nur am Rande.

Und vieles was Runge über die Farben dachte, überzeute auch Goethe (der Zeit seines Lebens an seiner Farbtheorie arbeitete und sich der Newton’schen wiedersetze und heute übrigens seinen 262. Geburtstag hätte), beide begegneten sich im Jahre 1803 in Weimar.

Zusammenfassend: die Romantik ist zwar nicht meine präferierte Kunstrichtung, die Ausstellung aber überraschend lehrreich und nachhaltig; so muss es sein.

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