Liu Bolin verschwindet um gesehen zu werden?

 

Liu Bolin – Ein Künstler als Leinwand, eine lebende Skulptur.

Das erste mal begegnete ich dem chinesischen Künstler Liu Bolin, Jahrgang 1973, im ART-Magazin oder besser ich suchte Ihn; denn  erst einmal muss man ihn in seinen Bildern finden. Und dann auch noch seine Botschaft dahinter entschlüsseln. Seither stechen mir seine Fotos ständig ins Auge – sei es auf Frontcovern in Printmedinen oder in Fernsehbeiträgen.

Teilweise muss er stundenlang Modell stehen und führt gleichzeitig Regie.  Ein grenzenloser Perfektionismus und körperliche Ausdauer muss in ihm stecken, um genau die Farbtöne zu treffen wie Hintergrund es vorgibt.

Doch warum fesseln die Bilder so? Ist es das Suchen oder das Verstehen wollen?

Verschwindet er in der anonymen Masse einer gleichgeschalteten chinesischen Geschellschaft oder versinkt gar das kulturelles Erbe?

Seine Fragen betreffen uns alle – was oberflächlich wie eine Variation des immer gleiches Prinzip wirkt, ist weit mehr:

Mit jedem seiner Werke fragt Bolin wo überhaupt noch Platz eines jeden Einzelnen ist; in einer Welt rasender Veränderungen – sei es in Wirtschaft, Gesellschaft oder Technik.  Sehen und nichtsehen.  Auflösung des Inividuums.  Bolin verschwindet um gesehen zu werden. Großartig.

Ende Oktober soll sein neuer Bildband erscheinen “Hiding in the City”*

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