Tatiana Trouvé – Waterfall

Vor dem Eingang des alten Südlichen Friedhofs in München, plätschert seit dem Sommer 2013 Wasser aus einer Matratze, die wie ausgedient über einer Betonwand hängt, munter heraus.

Es war eines der Werke des Projekts  <a space called public>, die die Kunst im öffentlichen Raum aufrief, sich auf Identitätssuche der Stadt zu machen. Wie verändert sich die Nutzung und Dynamik des öffentliche Raum aufgrund von Globalisiereung und Digitalisierung war hier die Frage. 

Die Skulptur “waterfall” schuf die italienische Künstlerin Tatiana Trouvé, die das klassische Motiv des Brunnens im städtischen Raum aufgriff. Ihre Skulptur kombiniert den Alltagsgegenstand einer alten Matratze aus hochwertigem Bronzeguss mit dem gängigen Baumaterial Beton. Wenn der Brunnen läuft, häng die Matratze wie ein nasser Sack über der “Betonmauer”. Eine Matratze die der Funktion nach weich ist und auch so aussieht, ist in dieser Realität aus harter Bronze.

Spätestens hier, spielt die Skulptur mit dem Betrachter und fordert ihn zum nachdenken heraus.

In der Kunst ist das Irreführen zwischen Materialität und bekannten Dingen keineswegs neu: Jeff Koons beispielsweise arbeitet sich an ähnlichen bronzenen Ballonskulpturen seit Jahren ab. Und gerade jetzt im Winter in “nur halber Funktion” hat die Brunnenskulptur eindeutig etwas ausgedientes.

Stephanstr. 3, vor St. Stephan, 80337 München

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