MAGRITTE. DER VERRAT DER BILDER

La trahison des image – der Verrat der Bilder.

Das berühmteste aus der Werkgruppe des belgischen Malers Magritte’s ist wohl <Ceci n’est pas une pipe> aus dem Jahre 1935. Ein Bild, ein Abbild einer Pfeife mit der Aufschrift; das ist keine Pfeife.

Mich erinnert das Bild immer an meinen Opa, den kannte ich Zeit meines Lebens nur mit Pfeife und alle, die ihn kannten, wahrscheinlich auch. Das war ein Teil von ihm. Absolut. Und mit diesen Erinnerungen, kommen weitere. Sie steigen hoch und kreisen umher, wahllos verwoben. Was bleibt, ist die Imagination, das Abbild an sich und in ihr, die eigene Wahrnehmung. <Ich sehe was, was Du nicht siehst>, was man im übrigen ganz hervorragen mit Kindern in Ausstellungen spielen kann. Sartres philosophischer Ansatz, seine Analyse des Blicks*, der immer weiter gedacht wird, mit inbegriffen Descartes Formel <ich denke, also bin ich>. Jeder hat dazu seinen ganz eigenen.

René Magritte wollte das Denken malen, seine Gedanken durch die Malerei entwickeln.

Die Schirn in Frankfurt zeigt einen beachtlichen Rundumblick in sein Schaffen. Der frühe Magritte, surrealistisch, altmeisterlich akkurat, realistisch, poetisch, philosophisch. Ein ganzes Spektrum an klugen Paradoxien. In den 60ern kaufte er sich eine der ersten Super 8 Kameras und filmte sich mit seinen surrealistischen Freunden. Die Aufnahmen gibt es gleich zu Beginn der Ausstellung zu sehen, wie eine Art Schlüssel, kann der Besucher so leichter ins Innere des Werks vordringen, auch ganz ohne Audioguide. Den gibt es natürlich auch, ausgesprochen gut und für Kinder sogar kostenlos.

Und die Schirn wäre nicht Schirn, gäbe es nicht noch ein kunstvermittelndes Add on – ein Digitorial, für alle Digitalformate, gespickt mit Fragen und Anworten. Einfach zu bedienen, von oben nach unten. Etwas, das den Besucher abholt und tiefer blicken lässt, auf Klick, sofern es gewünscht ist. Den reich bebilderte Katalog dazu gibt es natürlich auch und obendrein eine Fülle an Netten Dingen, die über den obligatorischen Bleistift hinausgehen und denen ich mich, zugegebenermaßen, samt meiner Kreditkarte ergeben musste.

Genau vier Wochen noch, läuft die Magritte Ausstellung in Frankfurt.

Sie endet an einem Montag, was ich recht ungewöhnlich finde, denn Montags haben die meisten Ausstellungshäuser geschlossen. Vielleicht, ist das geplante Ende, das Ergebnis des ausgeklügelten Systems der Marketingmaschinerie. Vielleicht. Die Zahlen von mehr als Einhunderttausend Besucher im April, seit Eröffnung im Februar sind für die Statistik, sie geben einen Anhaltspunkt. Einhunderttausend in zwei Monaten, das ist eine beachtliche Zahl, eine davon bin ich.

Vielleicht verdoppelt sich die Zahl bis Anfang Juni – wir werden sehen, zu wünschen wäre es.

 

 

 

 

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