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ANGST – nach einer Novelle von Stefan Zweig

Großartig –  nach langer Zeit, mal wieder in den Münchner Kammerspielen. ANGST. Nach einer Novelle von Stefan Zeig. Das Bühnenbild – spartanisch und vielschichtig zugleich, die Handlung: state of the art,  die schauspielerischen Leistungen aller Akteure: großartig  – der Applaus zeigte sein Übriges. Bin immer noch ganz fasziniert. Nochmal: Großartig.

Stefan Zweig, der Meistererzähler und Weltbürger, der seinem Freund Sigmund Freud in London die Grabrede hielt, wirft in seiner Novelle ANGST einen hellen Blick auf die Pathologien einer Gesellschaft, die nur den verlogenen Umgang mit der Dialektik von Lüge und Wahrheit kennt. Mit feinem psychologischem Spürsinn leuchtet er die Innenwelt einer Frau aus, die in einer nicht unglücklichen, aber „trägen, windstillen“ Ehe lebt. Von ihrem Geliebten kommend, wird sie eines Tages von einer heimlichen Mitwisserin abgefangen und fortan mit stetig wachsenden Forderungen erpresst. Immer größer wird das Bedürfnis der Ehefrau, sich in einem befreienden Akt dem Mann anzuvertrauen. Doch je häufiger sie den erlösenden Moment ungenutzt verstreichen lässt, desto unmöglicher scheint es, jemals zur Wahrheit zurückzufinden. Das selbstgezimmerte Lügengebäude wird mehr und mehr zu einem Labyrinth der Angst.

Uraufführung

Schauspielhaus, 6. November 2010

coproduktion mit den Salzburger Festspielen

Regie: Jossi Wieler, Bühne und Kostüme: Anja Rabes, Musik: Wolfgang Siuda, Licht: David Finn, Dramaturgie: Koen Tachelet

Mit: Katja Bürkle, Elsie de Brauw, Lena Anderle/ Hanna Merki, Stefan Hunstein, Johannes Geller/ Julian Olivi, André Jung

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