Albert_Renger-Patzsch

Der Oktober in Sachen Kunst

Manchmal überschlagen sich Ereignisse, mit der Option hinterher zu rennen oder sie vorbei ziehen zu lassen. So wie der „Corona Herbst“, da überschlägt sich auch so vieles; die Höhe der Corona Fallzahlen oder die dazugehörigen Regeln, die sich je nach Region unterscheiden. Abstand halten klingt nach einer vernünftigen Option. Für Abstand haben wir uns hier auch entschieden und ein wenig pausiert. Pausiert, um ein paar Energien frei werden zu lassen und schlichtweg den Raum mit Nichts zu füllen. Wie das geht, fragt ihr Euch? Wir fragen uns das auch; deshalb haben wir kürzlich Anish Kapoors Werk in der Rotunde der Pinakothek der Moderne angeschaut und waren überrascht. Mehr wollen wir an dieser Stelle noch nicht verraten. Außerdem haben wir zurückgeblickt. Das Stadtmuseum in München präsentiert eine Welt im Umbruch, ein Blick ins letzte Jahrhundert – sehr zu empfehlen. Darüber hinaus gibt es ein buntes Potpurri aus Architektur, zeitgenössischer Kunst für drinnen und für draußen.

Unsere Empfehlungen in Sachen Kunst für die nächsten zwei Wochen des Oktobers und darüber hinaus:

Zimmer Frei 2020 Kunst im Hotel

ZIMMER FREI 2020

Einmal im Jahr verwandelt sich das Hotel Mariandl auf zwei Etagen in ein Kunstprojekt. „Zimmer frei“ heiß das Spektakel im Herbst. Dort, wo normalerweise Gäste aus aller Welt einkehren und hinter sich die Türen schließen, kann jeder Einblick nehmen. Die Gästezimmer verwandeln sich in temporäre Kunstobjekte. Jedes Zimmer ist für sich ein Erlebnis.

In diesem Jahr sind die teilnehmenden Künstler*innen: Naama Bergman, Jakob Egenrieder, Rachel Fäth, Vanessa Schmidt, Nico Kiese mit Bernhard Slawik, Johannes Kronach, Boris Maximowitz, Nata Togliatti, Panagiotis Veresses, Milena Wojhan, Aylin Neuhofer, Hyun Sung Park und Lina Zylla.

Was: Zimmer Frei
Wann: 14. bis 18.10.2020, 12:00 – 22:00 Uhr
Wo: Hotel Mariandl, Goethestr. 51, 80336 München

Albert_Renger-Patzsch
Albert Renger Patzsch Archiv Wilde

Welt im Umbruch. Von Otto Dix bis August Sander – Kunst der 20er Jahre

Die Ausstellung beleuchtet eine Zeit der Extreme und Gegensätze. Das ganze Spektrum voller Hoffnung und Elend, Licht und Schatten, die gerade jetzt Assoziationen an die Gegenwart wecken. Im Dialog zwischen Malerei und Fotografie stellt die Ausstellung Höhepunkte einer Kultur vor, die künstlerisch voller Innovationen steckte und in der sich zugleich Vorboten des kulturellen Niedergangs im Nationalsozialismus mehrten. 

Was: Welt im Umbruch. Von Otto Dix bis August Sander – Kunst der 20er Jahre
Wann: 02.10.2020 bis 10.01.2021
Wo: Münchner Stadtmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Ausstellungsplakat Kunstarkaden

Carriers

Die Münchner Künstlerinnen und Künstler Xenia Fumbarev, Jonghoon Im, Hyesun Jung, Stefan Kerns, Pfeifer & Kreutzers und Merlin Stadler präsentieren unterschiedliche künstlerische und thematische Ansätze gebündelt in einer Ausstellung.

Zu sehen sind Fotografien auf Beton, Malerei mit impulsiv gezeichneten Linien, Videos und Zeichnungen über Virus-Verschwörungstheorien, Transportkarren, deren Räder mit Toilettenpapier getauscht wurden; eine „kinetische Soundinstallation“; sowie Videos und großformatige Drucke über die Entstehungen neuer Ökosysteme.

Was: Carriers
Wann: 30.09. bis 30.10.2020
Wo: Kunstarkaden, Sparkassenstraße 3, 80331 München

DER EINTRITT IST FREI

Foto: Stefanie Stohwasser 

FLORIAN LECHNER MATERIALISIERTES LICHT

Florian Lechner gehört zu den großen Glasgestalter Deutschlands. Mit der von ihm entwickelten Schmelzglastechnik, die heute unter dem Begriff „Fusing“ bekannt ist, revolutionierte er in den 60er Jahren die Glasbearbeitung. Seine Arbeiten finden sich in zahlreichen öffentlichen Gebäuden, wie beispielsweise der sieben Meter hohe Glasbrunnen im Innenhof der Bayerischen Landesbank oder die Arbeiten in der Flughafenkapelle im Terminal 1 des Münchener Flughafens oder die über mehrere Etagen ragende Glasplastik im Gare-du-Métro in Rouen.

Nun sind Florian Lechners einzigartige Glasobjekte in München in der Galerie Handwerk ausgestellt.

Was: Materialisiertes Licht
Wann: 15.10. bis 14.11.2020
Wo: Galerie Handwerk, Max-Joseph-Straße 4, 80333 München

Howl by Anish Kapoor
Anish Kapoor „Howl“ Pinakothek der Moderne

HOWL by Anish Kapoor

Für die Rotunde der Pinakothek der Moderne hat Anish Kapoor eine ortsspezifische, raumfüllende PVC Skulptur geschaffen. Bis Mitte August nächsten Jahres wird Kapoors präsentes Werk inmitten des Hauses zu bestaunen sein. Der Künstler ist berühmt für seine oft monumentalen und geheimnisvollen Objekte, die die Grenzen von Architektur und Skulptur überschreiten.

In München gab es schon einmal ein riesiges temporäres Werk Kapoors zu sehen: im Haus der Kunst fuhr 2007 ein roter Quader auf Schienen von einer Seite zur anderen Seite des Ausstellungsraums. Das Werk „Svayambh“ hinterließ seine Spuren – noch heute sieht man bei genauerer Betrachtung die roten Schatten der Vasiline, die sich in den Marmor der Türleibung hineingefressen hat.

Was: Anish Kapoor, HOWL
Wann: 16.09.2020 bis 15.08.2021
Wo:  Pinakothek der Moderne, Barerstr. , 80333 München

Sep-Ruf-Pfad
Sep-Ruf-Pfad

Spazierung durch München:
Sep-Ruf-Pfad

Egal wie die aktuellen Entwicklungen der Corona Pandemie sich entwickeln mögen, die Architektur von Sep Ruf kann man hervorragend bei einem Spaziergang an der frischen Luft entdecken. Ob mit Abstandsregeln oder auch ganz alleine, das obligt jedem selbst.

Sep Ruf zählt zu den bedeutendsten deutschen Architekten des 20. Jahrhunderts und prägte mit seinen modernen Bauten die deutsche Nachkriegsarchitektur. Ein ganz neues Booklet lädt zu Stadt-Spaziergängen seiner Bauten ein. Das Booklet gibt es als Print oder zum Download.

Was: Spaziergang durch München
Wann: jederzeit
Wo: München – Tucherpark, Innenstadt, Maxvorstadt u.s.w.

Die Welt – Künstlerausgabe

Am 29. November erscheint zum elften Mal eine Künstlerausgabe der Tageszeitung „Die Welt“. Trotz aktueller Berichterstattung erscheint die Ausgabe ohne Fotos. Stattdessen gestaltet die Künstlerin Katharina Grosse die Beiträge. Es wird bunt. Wir freuen uns drauf.

Was: Die Welt
Wann: 29.10.2020
Wo: im Zeitschriftenhandel

2 Kommentare zu “Der Oktober in Sachen Kunst

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