Dreiklang Rudolf Belling in der Pinakothek der Moderne in München

Dreiklang

Dreiklang Rudolf Belling in der Pinakothek der Moderne in München
Dreiklang von Rudolf Belling in der Pinakothek der Moderne

Immer wenn ich sie sehe, lässt sie mich ein wenig ratlos zurück.

Die Rede ist von der Plastik „Dreiklang“ des Bildhauers Rudolf Belling aus dem Jahre 1919 in der Pinakothek der Moderne in München.

Auf den ersten Blick wirkt sie recht langweilig, doch sie ist ein sehr gutes Beispiel, warum es wichtig ist, ein Kunstwerk auch immer in seiner Zeit zu betrachten – also den historischen Bezug herzustellen.

Bellings Plastik „Dreiklang“ ist eine seiner berühmtesten Arbeiten. Sie galt als bahnbrechend und war die erste kubistische Skulptur in Deutschland.

Der Kubismus selbst ist abgeleitet von Cubus: Würfel. Eine flächenhafte Darstellung in Malerei oder Plastik. Sehr bekannt für kubistische Malerei ist auch der amerikanische Künstler Lyonel Feininger mit der Marktkirche von Meiningern. Das Bild hängt auch in einem der Räume der Pinakothek der Moderne. Selbst Picasso hat sich kubistisch ausgetobt.

1919 war die Zeit der Weimarer Republik. Der Erste Weltkrieg war vorbei. Das Bauhaus in Weimar wurde gegründet. Das reicht für einen groben Exkurs in die Geschichte.

Und was löst die Skulptur in mir aus? Bei dieser Frage muss ich jedesmal die Hände heben, vielleicht gelingt mir das irgendwann einmal. Die Zeiten ändern sich bekanntlich und wir uns in ihnen. Deshalb wage ich mich mal an die Form:

Drei scheinbar ekstatisch tanzenden Figuren könnten es sein, vielleicht sind es auch  Blitze oder Flammen, die umeinander züngeln.

Es soll der Gedanke einer Vereinigung der Kunstrichtungen Malerei, Bildhauerei und Architektur darstellen.

Jede Ansicht wird als gleichwertig betrachtet.

In der NS Zeit galt „Dreiklang“ als Entartete Kunst und war 1937 in der gleichnamigen Schau (Wanderausstellung) in München in den Hofgarten Arcaden zu sehen. Paradoxer Weise, war wenige Meter weiter im Haus der deutschen Kunst (heute Haus der Kunst) eine andere Skulptur Bellings ausgestellt, nämlich die der Boxlegende Max Schmeling. Die stand dann für die „neue Deutsche Kunst“.

2 Kommentare zu “Dreiklang

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