Gerhard Richter: Brigid Polk

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Gerhard Richter. Er malte sie mehrere Male  1971 – Brigid Polk; US-amerikanische Künstlerin, Schauspielerin und Andy Warhol Muße.

Drei dieser Werke hängen derzeit einzigartig kuratiert im unvollendeten Teil  auf Schloss Herrenchiemsee in der Ausstellung Königsklasse III.

Anlass der Präsentation ist die jüngst erfolgte Schenkung des frühesten Bildes dieser Werkgruppe aus Privatbesitz an die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen durch Zustiftung an die Museumsstiftung zur Förderung der Staatlichen Bayerischen Museen. In Anerkennung dieser großzügigen Gabe an die Öffentlichkeit haben sich das Hessische Landesmuseum in Darmstadt sowie das Neue Museum für Kunst und Design in Nürnberg bereit erklärt, die in ihren Sammlungen aufbewahrten Variationen aus derselben Werkgruppe auszuleihen. Erstmals seit der Entstehung der Gemälde sind in Schloss Herrenchiemsee alle drei in Deutschland in öffentlichem Besitz befindlichen Gemälde Richters zusammengeführt.

Die Werke sind ein eindringliches Zeugnis eines künstlerischen Austauschs zwischen Europa und Amerika und bringen ein kaum bekanntes Ereignis deutscher Kunstgeschichte ans Licht. Denn während eines Aufenthalts in München hat Brigid Polk mit einer neuartigen Polaroid-Kamera Selbstbildnisse gemacht, die für Richter zum Ausgangspunkt seiner Gemälde wurden. Die von Brigid Polk experimentell erkundeten Ausdrucksqualitäten der unmittelbar Bilder produzierenden Polaroid- Technik haben nicht nur ihren engen Freund Andy Warhol und den Kreis von dessen Factory inspiriert, sondern auch Gerhard Richter. Dieser hat die auf akute Zeitgenossenschaft zielenden Selbstbildnisse Brigid Polks in faszinierend gleichmütiger Haltung in die klassische Gattung der Malerei überführt. So wie die Ausstellung insgesamt den wiederholten Blick auf Klassiker schärft, so wirft Richter einen zweiten Blick auf die Selbstinszenierungen von Brigid Polk.

 

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