Stephan Balkenhol - Mann mit ausgebreiteten Armen

Mann mit ausgebreiteten Armen

Über den Köpfen der Passanten in der Innenstadt am Kauffinger Tor, dort wo sich ein Geschäft ans Nächste reiht steht ein Mann mit weit ausgebreiteten Armen.

Wachen Auges blickt er die Konsummeile entlang. Gekleidet ist er mit einer schwarzen Hose und einem weißen Hemd. Ein Durchschnittsmensch. Ganz unaufgeregt steht er da oben. Zeitlos präsent und rätselhaft. 

Empfängt er die Menschen mit herzlicher Geste oder hält er hier lediglich die Balance?

Die Antwort darauf bleibt jedem selbst überlassen. Früher war das Kauffinger Tor eins von fünf Stadttürmen mit einer riesigen Tordurchfahrt. Die wohlhabende Patrizierfamilie Kaufinger wohnte selbst darin, nach dessen Namen der Turm benannt war. 

Als Kunst am Bau drohnt die Skulptur seit 1997 an der Passage am Kauffingertor. Manchmal sitzen Tauben darauf. Ganz frech auf dem Kopf, der Schulter oder der Hand und lassen die Arbeit gleich viel nahbarer wirken. Erschaffen hat das Objekt der deutsche Bildhauer Stephan Balkenhol. Er ist Professor in Karlsruhe und arbeitet seit Jahrzehnten in ähnelnder Manier.

Im Mittelpunkt steht immer der Mensch.

Ruhend, neutral und beobachtend. Meist entstehen seine Werke aus weichem Holz – Pappel, Douglasie oder Wawa.  Manchmal erschafft er sie auch aus Ton, um sie dann später in Bronze zu verewigen. Immer jedoch aus einem Stück. Abgetragen mit einer Kettensäge oder mit Klüpfel und Stechmeisel. 

Vorskizziert wird mit meinem Bleistift – ratz fatz mit der bloßen Hand geschaffen, ganz in handwerklicher Tradition. Grob sind sie alle und farbig bemalt. Seine Menschen sind großformatig oder klein. Sie stehen auf goldenen Kugeln, klettern auf Tieren und schwimmen auf Bojen. In Hamburg, London, Berlin oder Paris. Vielerorts sind sie vertreten in Ausstellungen, Galerien und natürlich im öffentlich im Raum. 

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