Lost Places

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Es ist das gewisse Maß an Zurückhaltung, das es benötigt, um den fotografischen Werken der Gegenwart den nötigen Raum zu geben.

Die Münchner Galerien sind es, die es mir in letzer Zeit angetan haben. Und diese hier mag ich besonders gerne, nicht nur weil sie in meiner unmittelbaren Nachbarschaft ist, nein, das sind viele in der Maxvorstadt in München. Ich mag den Ort der Präsentationen – ganz klassisch, unprätentiös und schlicht. Es ist das gewisse Maß an Zurückhaltung, das es benötigt, um den fotografischen Werken der Gegenwart den nötigen Raum zu geben. Der gewisse Zauber und Tiefgang in der Auswahl des Repertoires. Manche treffen mich tief, sehr tief, wie dieses hier und manche weniger. Ganz normal und subjektiv. Über allem jedenfalls die unermüdliche Hingabe und Arbeit der Protagonisten, die es verstehen Herz und Verstand zu berühren – das schätze ich sehr.

Und genau diese Galerie päsentiert derzeit eine großartige Ausstellung: <Lost Places>. Es ist wieder eine der Werksschauen, die nachhallen, zum nachdenken anregen, bewegen. Peter Unter­mai­er­ho­fer heißt der Künstler, den ich bisher nur durch diese Publikation in meinem Bücherregal und diese Fotostrecke verlassener Kirchen kenne.

<Lost Places>; der Titel verrät, was den Besucher erwartet – verlassene, ausgestorbene Plätze.

Peter Untermaierhofer (Jhg. 1983) dokumentiert solche verlassene Orte. Es sind alte Kirchen, Theater, Ballsäle, Turnhallen, Operationssäle – einst urbaner Treffpunkt – nun menschenleer. Der Verfall wohnt hier inne. Eine beinahe gespenstige Stille umgibt diese Orte. Festgehalten für den Moment. Oder vielleicht der Blick auf ein Postapokalyptisches Szenario der künstliche Intelligenz, vor dem uns Forscher warnen?

Wer meine Beiträge kennt, weiss, es ist genau mein altbewährtes Thema der Vergänglichkeit, das Morbide, das nicht greifen könnende, das mich festhält, aber auch ein Aktuelles: der Wandel, fortwährend, unaufhaltsam. Die innwändige Schönheit, der Augenblick, das Festhalten und Loslassen zugleich.

Beeindruckend – Bild für Bild. Neuzehn Fotoarbeiten von Peter Untermaierhofer werden präsentiert, die in den letz­ten Jah­ren in Deutsch­land, Öster­reich, Bel­gien, Frank­reich und Ita­lien ent­stan­den sind.

Begeistert bin ich, ach was; entflammt. Chapeau Dr. Seufert, ich werde Sie bald wieder besuchen, in aller Ruhe, fern ab des Vernissagentrubels.

 

 

 

 

<Lost Places> ist noch bis 14. Juni 2016 in der Gale­rie für Foto­gra­fie der Gegen­wart, Schleiß­hei­mer Straße 44
in München zu sehen

 

 

 

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