Im Besitz der Künstlerin

Die besten Ausstellungen feministischer Kunst in 2018 – unserer 10 Favoriten

Ganze zwei Wochen zählt das neue Jahr 2018. Alles auf Anfang – 350 neue Tage. Höchste Zeit um auf das Kunstjahr 2018 zu blicken, aufzulisten und zu planen. Die ein oder andere Reise ist inklusive, denn es geht deutlich über München hinaus. Meine Urlaube plane ich ohnehin nach Kunstausstellungen, die ich unbedingt sehen möchte. Das klappt natürlich nicht immer, aber oft. Ein ganz besonderes Augenmerk gilt den Frauen in der Kunstwelt. Ende letzen Jahres benannte die  Zeitschrift Capital Frauen als Eroberer des Kunstmarktes 2017. Mit 52 Künstlerinnen unter den 100 Aufsteigern hielten erstmals die Frauen die Mehrheit im „Capital Kunstkompass“ . So darf es weitergehen. Auch sonst hält das neue Kunstjahr einiges bereit, doch dazu an anderer Stelle. Vielleicht kommen bereits jetzt die ein oder anderen Inspirationen für den nächsten Wochenendtripp. Viel Freude beim Pläneschmieden!

Ayşe Erkmen und Mona Hatoum in Leipzig

Ganz oben sind zwei Künstlerinnen platziert, weil sie bereits in 2017 auf meiner Liste standen. Seit dieser Einzelausschau in der Sammlung Goetz in Oberföhring komme ich an keinem ihrer Werke vorbei. Zu stark haben mich Mona Hatoums Arbeiten in ihrer Doppelbödigkeit beeindruckt. Die Ausstellung der beiden Künstlerinnen Hatoum und Erkmen ist die erste dieser Art. Die Werke locken durch ihre fragile Schönheit und zwingen dann durch innere Widersprüche dazu, die eigenen Erwartungen zu überprüfen.

Valie Export in Paris

Sie ist eine Pionierin der feministischen . Ende der 1960er Jahr lud sie Passanten ein, ihr Tapp und Tastkino zu besuchen. Ein Kasten mit einer Öffnung, den sie am halbnackten Körper trug. Die Passanten hatten zwölf Sekunden lang Zeit, mit beiden Händen durch die Öffnung zu strecken und die nackten Brüste der Künstlerin zu berühren. Der eigene Körper wird zum Material der Kunst. VALIE EXPORTs Kunst war stets auf der Suche etwas über ihren Körper, ihren Platz als Frau in der Gesellschaft und die Künstlerfrage herauszufinden. Ihre Arbeiten scheinen aktueller denn je.

  • Ausstellung: Body Configurations 
  • Ausstellungsdauer: 12.01.2018 – 24.02.2018
  • Ausstellungsort: GALERIE THADDAEUS ROPAC – MARAIS, 7 RUE DEBELLEYME, FR-75003 PARIS 

Monica Bonvicini in Berlin

Monica Bonvicini wirft in ihrer Kunst Fragen nach Gender- und Machtverhältnissen in unterschiedlichsten Kontexten auf. Die Auseinandersetzung mit Raum, Macht, Gender und Sexualität zieht sich konsequent durch ihr breitgefächertes Oeuvre, das sich aus Skulpturen, Installationen, Zeichnungen, Fotografien und Videoarbeiten zusammensetzt.

Carolee Schneemann in New York

Carola Schneemann ist eine unglaubliche Frau. Eine Pionierin. Provokant, mutig, wachrüttelnd und schön. In einer ihrer bekanntesten Performances »Interior Scroll« aus dem Jahre 1975 zog sie sich eine lange Schriftrolle aus der Vagina und rezitierte feministische Texte. Der Körper als Gedächtnisträger. Ihre Kunst zwischen Tampon und Torarolle ist nicht jedermans Sache, Gewiss, doch es brennt sich ein. Ihr facettenreiches Lebenswerk wurde 2017 Jahr mit dem Goldenen Löwen auf der Biennale in Venedig ausgezeichnet.

Gabriele Münter in München

Am Ende des 19. Jahrhunderts hatten es Künstlerinnen schwer. Malweiber wurden sie genannt. Der Zugang zu den Akademien war verschlossen. Doch es gab diese Pionierinnen, die an sich glaubten. Frauen, die ihren Weg als autarke Künstlerin erkämpft haben, trotz gesellschaftlicher Schranken. Gabriele Münter war zweifelsohne eine von diesen Pionierinnen. Sie gehörte zur ersten Generation von Frauen, die selbstbewusst sagten: ich bin eine Künstlerin.

Feministische Avantgade Karlsruhe

Ein Rundumschlag vom Aufbruch weiblicher Künstlerinnen, die in einer von Männern dominierten Kunstwelt kollektiv ein selbst bestimmtes neues Bild der Frau schufen. Humorvoll und ironisch, subtil und provozierend dekonstruieren die Künstlerinnen der »Feministischen Avantgarde« die traditionelle Ikonographie des Weiblichen.

Rebecca Horn in Duisburg

Im Zentrum ihrer Arbeiten steht der Mensch. Der Mensch auch mit seinen dunklen Seiten, mit seinen Apparaturen, die er sich selbst geschaffen hat, der Mensch mit seiner Fähigkeit, seine eigenen Unzulänglichkeiten durch Schönheit zu überwinden. Die Werke Rebecca Horns nehmen uns unmittelbar gefangen, sie fesseln unsere Aufmerksamkeit und verankern sich in unserem Gedächtnis.

Kiki Smith in München

Sie kehrt in ihren Werken stets das Innere nach außen, indem sie auch das „Verborgene“ des Körpers in ihren Skulpturen und Installationen thematisiert. Ihre Werke behandeln Fragen von Alter und Tod, Verwundung und Heilung, Wiederbelebung, Fragmentierung, Geburt, Sexualität, Gender und Erinnerung.

MARLENE DUMAS UND ROSEMARIE TROCKEL in Karlsruhe

Ein erfolgsgekröntes Doppelpack. Rosemarie Trockel hat das Triviale zur Kunst erhoben. Strickereien, Keramik, Videoinstallationen, Herdplattenskulpturen oder Eiertapeten. Keine leichte Kost. Ihre Arbeiten sind witzig und scharfsinnig zugleich. Vorwissen ist hier Voraussetzung. Seit Jahren zählt Trockel zur Spitze der internationalen Kunstszene, derzeit auf Rang 3 des Capital Kunstkompass.

Marlene Dumas ist eine der erfolgreichsten Malerinnen der Gegenwartskunst. In ihren Arbeiten konzentriert sie sich auf den menschlichen Körper und das Gesicht. Auch sie arbeitet sich an den: Geburt, Liebe, Sex, Leiden, Tod ab.

Marina Abramovic in Bonn

Ihre Kunst setzt Extreme. Ihr Körper als Objekt. Marina Abramovic schrie, bis ihre Stimme weg war und tanzte, bis sie umfiel. Sie ritzte sich mit einer Rasierklinge in den Bauch, peitschte sich aus und lag nackt auf einem Eisblock. In der MoMA saß sie drei Monate lang, an sechs Tage in der Woche, nahezu acht Stunden täglich ununterbrochen auf einem Stuhl. Die Besucher standen Schlange, um für ein paar Minuten oder mehr ihr gegenüber zu sitzen und mit ihr in einen geistigen Dialog zu treten.

Maria Lassnig in Sankt Gallen

Spät kam die österreichische Künstlerin zu Ruhm, dafür mit geballter Kraft. Lange bevor die feministische Body Art en vogue wird, entwickelt sie ihre body-awareness-Bilder, in denen sie ihre Körperwahrnehmungen frei von Tabus auf die Leinwand brachte.

 

 

 

 

 

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