Julian Rosefeldt. Manifesto

 

<I am for an art that
is political-erotical-mystical,
that does something other than sit on its ass in a museum.
I am for an art that grows up not knowing it is art at all. …>

(Claes Oldenburg <I am for an art> 1961)

Es ist ein < Manifest der Manifeste >.

Manifesto; eine 13-teilige Filminstallation des Künstlers Julian Rosefeldt.

Die australische Schauspielerin Cate Blanchett spielt in einer beeindruckenden Wandlungsfähigkeit, zwölf Charaktere. Die Originaltexte, von Vertretern aus Kunst und Film, werden lediglich in Auszügen zitiert und durch Rosefeldt neu collagiert.

Eine völlig neue Ebene kommt zum Vorschein.

Unterschiedliche Zitate, diverse Persönlichkeiten, aus ganz verschieden Zeiten verschmelzen ineinander und bleiben doch für sich. Abgeschirmt in der Welt, aus der sie sind und doch vereint.

Im Spätsommer letzten Jahres hatte ich das große Glück, die Filminstallation Manifesto dank einer Ausstellungsverlängerung im Hamburger Bahnhof in Berlin zu sehen. Alle Projektionen in einem großen Raum. Nicht in aller Gänze, dafür war die Zeit zu knapp. Mit zwei kleinen Kindern ist so ein Ausstellungsbesuch ohnehin limitiert; doch Zeit genug, um ein Gefühl für den gemeinsamen Rhythmus, das Zusammenspiel aller Protagonist(inn)en zu erhaschen.

Die Nachricht, dass Rosefeldts Werk in München gezeigt wird, erfreute mich zutiefst. Jedes Haus eröffnet wiederum neue Perspektiven. Seither prokrastinierte ich den Besuch vor mir her; was ich im Übrigen sehr gut beherrsche – um dann kurz vor Ende, unter hohem Druck, alles auf einmal zu erschlagen. Bis heute.

Über alle Ebenen der Villa Stuck erstrecken sich die Projektionen, verbunden durch die gläserne Wendeltreppe.

Jedes Video für sich lohnt den Besuch. Autark. Vom Prolog, der brennenden Zündschnur von Marx und Engels, bis zum Epilog. Verbunden durch das Zusammenspiel, bis hin zu dem Moment, in dem alles synchronisiert.

Man muss die Filminstallation gesehen haben, um das große Ganze mitzunehmen. 12 mal 10 Minuten, 30 Sekunden und der Prolog 1 mal 4 Minuten. Vielleicht sogar morgen, am Freitag. Da ist der Late Friday in der Villa Stuck und der Eintritt zwischen 18 bis 22 Uhr frei.

 

 

Like Be the first one who likes this post!

1 Kommentar zu “Julian Rosefeldt. Manifesto

  1. Pingback: Donnerstag ist der neue Freitag -unterwegsinsachenkunst

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: